Nymphvale College 01

Liebes Tagebuch,

Du glaubst ja gar nicht, was diese Woche alles los war! Kaum sind die Ferien vorbei, kommen wir auch schon ins Schwitzen am College.
Die Woche fing so ruhig an. Schönes Wetter, gute Laune, keine Hausaufgaben.. Prima! Aber dann…

Für Dienstag stand „Living Furniture“ auf dem Plan. Der Herr Greene hatte sich aber ein echt komisches Thema ausgesucht! Lebende Möbel… Ich hab mir stundenlang das Hirn zermartert, was damit wohl gemeint sein könnte. Mir fielen sofort die Möbel aus Disneys „Die Schöne und das Biest“ ein. Singende, tanzende, nervige Möbel. Aber was bitte hat denn sowas mit BDSM zu tun? Naja, vielleicht Folter der speziellen Art. Soll ja Leute geben, die das Singen in Disneyfilmen echt abartig finden.
Dann war’s also soweit und ich trudelte als erster Schüler am College ein. Meine Ahnungslosigkeit über das Thema stand mir wohl ins Gesicht geschrieben und der Herr Greene hatte dieses komischen Grinsen im Gesicht. Naja, aber der guckt ja immer so… so fies und als würde er was aushecken.
Als der Rest der Truppe da war, legten wir los und ich erfuhr, dass es nicht um solche Möbel wie bei Disney ging. Nein, gar nicht. Es handelte sich um Menschen, die sich wie Möbel benehmen mussten. Angeblich als mögliche Strafe für die Subs, aber ich konnte nicht ganz nachvollziehen, wieso die Sub damit bestraft wurde. Echt mal, wenn ich als Dommse ne Subbi zum Regal degradieren würde und die hält da das olle Brett und ich stell meine Keramik-Sammelfiguren drauf… Ja, ohne Zweifel, das schaut sicher cool aus. Aber dann werden ihre Arme müde und es wackelt und dann kracht das alles runter und die ganze Sammlung is im Ar.. äh, Eimer. Also eindeutig, damit wäre ICH als Dommse doch bestraft, und nicht die Subbi.

Damit wir alle ein besseres Verständnis für das Thema bekommen würden, hatte der Herr Greene eine Exkursion arrangiert. Jaaa, prima, wir alle lieben Exkursionen! Also wurde nicht lange gefackelt und wir sprangen allesamt freudig in den Bus und fuhren los. Danach noch ein mühseliger Fußmarsch den Berg hinauf zur Burg Autarkie, das war vielleicht anstrengend, aber naja, was tut man nicht alles für ne Exkursion.
Oben angekommen ging’s dann in die Burg und da standen dann so seltsam kaputt ausschauende Stühle um nen Tisch und ne kaputte Lampe. Ja ja, der Adel von heute is halt nimmer so wohlhabend, scheint es.
Ich hab den Tisch untersucht und der lebte definitiv nicht. Nein, der war tot. Ich hätte darüber echt meine Klappe halten sollen, denn ehe ich mich versah, sackte mich der Herr Greene und stopfte mich unter den Tisch. Also naja, ich saß schon oft unter Tischen in meinem Leben. So als Kind mit Decken drüber als coole Höhle. Aber dann hat der Fiesling einfach so die Beine vom Tisch weggeräumt und die ganze Last der Tischplatte sackte auf meinen Rücken. Boaaah!!!! Das Ding war aus Glas und Eisen und sauschwer. Ich hatte echt schwer zu tun, das alles zu buckeln und balancierte die Tischplatte herum. Ich dachte mir so, naja, stehen ja genug Mitschüler drumrum, da kommt sicher gleich einer zum Helfen. Die liebe Alina vielleicht oder meine Miyu.. aber Pustekuchen! Nichtmal, als der Herr Greene sich fies noch oben drauf setze – uff boah, echt ultrafies – kam einer zu Hilfe. Nee, ich musste da ewig ausharren und die Arme und der Rücken schmerzten wie Sau.

college-living-furniture

Als nächstes wurde dann Anna in so nen kaputten Stuhl gezwängt. Na toll, da kriegen wir was gezeigt und was hab ich davon? Nichts, weil das natüüürlich hinter mir war! Ich konnte nur lauschen, und was höre ich? Miyu, anstatt mir zu helfen, verfiel ihrer gemeinen Seite und setzte sich einfach auf Anna drauf und tönte dreist überlegen herum, wie sie es so gern tut. Was ne gemeine Schlampe. Ich brech halb zusammen und sie fläzt ihren nackten Hintern auf ne wehrlose andere und genießt es offensichtlich auch noch.
Ich konnte meine Laune echt nicht kaschieren und irgendwann kam sie dann mal rüber zu mir, hockte sich gemütlich vor mich auf den Boden und war bereit zu „helfen“ .. also so nannte sie es jedenfalls. Sie steckte mir ein Gummibärchen in meinen Ausschnitt – in den Auschnitt! Echt jetzt? Wenigstens in die Schnute hätte sie es stecken können, wenn sie mir schon nicht die Last vom Rücken nimmt. Dann tat sie auch noch so scheinheilig und alles. Woah, ich hätte sie am liebsten…
Der Herr Greene hat derweil noch die anderen alle mal zu Möbeln umfunktioniert… Wolfi durfte wohl auch mal Stuhl spielen und Alina meinte, sie wolle dann lieber eine Lampe sein. Das fand der Lehrer sogar gut und erfüllte ihr den Wunsch. Immerhin mal in meiner Sichtweite. Ich glaub sie hatte sich das doch alles anders vorgestellt, jedenfalls sah sie nicht grad so aus, als wäre sie sehr glücklich mit ihrer Lampenverkleidung. Die erlöste Anna spielte dann auch noch am Lichtschalter herum. Der menschliche Körper ist nachgewiesenermaßen ein guter Stromleiter, echt!
Miyu ging auch dann zu Alina, um ihr mit Gummibärchen „zu helfen“ und stopfte ihr eins ins Höschen oder so, ich konnte nicht genau sehen. Grrr, echt jetzt? Auf Anna rumrubbeln, mich hängen lassen und Alina befummeln?!?
Ich konnt allmählich nimmer und so richtig weiß ich gar nimmer, was genau war, aber ich brach zusammen und lag dann platt unterm Tisch. Wenigstens JETZT kam Miyu wirklich zu Hilfe und holte mich da raus. Ich brauchte ein Weilchen, um zu Kräften zu kommen. Aber mit Wut im Bauch geht sowas echt schneller als gedacht…
Miyu versorgte auch Wolfi mit nem Gummibärchen und ich nutzte die Gelegenheit. Ich rappelte mich auf, ging zu ihr hinüber, packte sie und spannte sie in den Stuhl ein, indem zuvor Anna war. Miyu motzte voll rum und tat scheinheilig und wusste gar nicht, was sie nun falsch gemacht hätte. Aber immerhin konnte ich so auch mal ausruhen. Hab mich hingesetzt und Gummibärchen gefuttert. Aber denkste die Miyu hat mal eingelenkt und was eingesehen? Nee, gar nicht! Die Motzbirne keifte da unter mir herum und bekam dieses wütende Glühen in den Augen. Aber es war schon sehr, sehr befriedigend, mich so zu rächen, auch wenn ich keine ehrliche Entschuldigung bekam an dem Tag.
Damit endete der Unterricht und allemann brachen auf. Ich hab Miyu lieber schnell noch angeleint, bevor ich sie frei lies, nicht dass sie sich noch innerhalb von wenigen Sekunden gerächt hätte. So blieb sie zwar grummelig, aber immerhin brav…

Aber keine Sorge, der Ärger bleibt nie lang…

So war am Donnerstag auch nichts mehr von Ärger und Frust zu spühren. Naja, wir hatten ja auch wieder Unterricht bei der Lady. Die ist für gewöhnlich ja nicht fies, außer das eine Mal, als sie Wolfi mit der Tattooviernadel piekste und so. Aber das is ja nun auch schon wieder lang her.
Auf dem Plan standen Verhörmethoden.
Au ja prima, das kannten wir ja schon von der Mörderjagd damals, als wir die Zeugen befragen mussten. Dadurch konnten Miyu und ich auch super glänzen und wurden sogar von der Lady gelobt für unser Wissen darüber. Japp, wir sind da mordsgescheit. Auch wenn Miyu sich als Cop echt nicht eignet, weil sie ruckizucki auf die heulende Alina hereinfiel damals.. aber ich schweife ab.
Nach all der lockeren Einleitung und ein paar interessanten Fakten, die wir uns aufschreiben sollten, fegte plötzlich so ein eisiger Wind durchs Klassenzimmer.
Die Lady guckte plötzlich gar nicht mehr so freundlich, eher fies und hinterhältig und sowas. Sie präsentierte uns etwas, was sie gefunden hatte. Ohje!
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Mir rutschte das Herz in die Hose.. hm, oder untern Rock, weil zur Uniform gehört halt keine Hose. Ich glaub den anderen ging es ähnlich, also denen, die wussten, worum es ging. Ich glaub Miyu schimpfte auch sogleich los, also ganz heimlich. Aber was soll ich sagen? Ich bin nun mal Schriftführerin bei so vielen Sachen, warum nicht auch bei geheimen Treffen unter den Studenten?
Das war damals, als die Frühlingsferien waren. Wir hatten uns versammelt, um einen Klassensprecher zu wählen und weil Miyu und ich unsere Idee von einem besonderen Club vortragen wollten. Die Wahl war recht einfach, weil irgendwie wollte so richtig keiner den Job des Klassensprechers haben. Aber wir haben doch einen großen Bedarf! Die Erziehungsmethoden am College sind so schrecklich altertümlich und dann noch der Uniformenzwang und was hab ich damals für Ärger bekommen, als ich mit blauen Haaren zum Unterricht kam. Also echt, so geht’s nicht weiter! Tja, darum hab ich mich dann auch geopfert für den Job und Miyu ist meine Vertretung geworden, mehr so zwangsweise, glaub ich. Bisher verlief der Job auch echt ruhig. Hm, das liegt aber vor allem daran, dass die Lady Schnappatmung bekommt, wenn wir was von unseren Rechten erzählen und bei dem Wort „Klassensprecher“ kriegt sie so einen roten Kopf. Also haben wir uns bisher noch nicht so sehr an die Revolution herangetraut.

Nun hatte sie aber halt diese Mitschrift gefunden. Was bin ich froh, dass ich da Abkürzungen verwendet habe, sonst wäre ich wohl gleich im Kerker gelandet.
So aber schnappte sich die Lady die Alina und verhörte sie kurz, um rauszufinden, was der Zettel zu bedeuten hatte. Alina wusste aber nicht viel und erzählte was von Absinth und so. Das befriedigte die Lady gar nicht und sie ließ Alina auf dem Verhörstuhl sitzen und widmete sich wieder dem Rest von uns.
Sie fand wohl sehr verdächtig, dass Wolfis Name nicht auf dem Zettel stand und beschuldigte ihn, der Schriftführer gewesen zu sein. Also steckte sie Wolfi in einen Käfig und ließ ihn schmoren, als er ihr auch keine Informationen geben konnte.. Wie auch, er war damals ja gar nicht dabei.
Dann polterte die Lady herum, dass bestimmt Miyu dahinter steckte, weil sie wohl immer hinter so Ideen steckt. Hm, ja also das stimmt wohl. Als ich damals gegen den spießigen Dresscode rebellieren wollte, stachelte sie mich ja auch an, noch punkiger zu werden, und hier noch und da noch mehr schlampig auszusehen, noch wilder und so… Und im Unterricht tat sie dann lammfromm und ließ mich ins Messer laufen, dieses Biest.
Die Lady fesselte sie an so ein komisches Gestänge und zog sie hoch bis unter die Decke. Das sah voll unbequem aus und Miyu jammerte und schimpfte herum da oben. Aber eine befriedigende Antwort bekam die Lady wieder nicht.
Dann war die Stunde rum und wir wollten uns schon freuen, aber die Lady meinte, wir müssten alle da bleiben, denn diesmal würde es eine Doppelstunde geben und wir schmoren noch ein Weilchen, bis wir endlich reden. Uff, also das sowas erlaubt ist!
Sie verließ den Raum und wir waren hin und her gerissen zwischen Flucht, Aufstand und anderem. Das einzige was nicht in Frage kam, war kleinbei zu geben. Wir wussten immerhin alle, dass es bös ausginge, wenn die Lady die Wahrheit erfuhr. Wir beschlossen also, stark zu bleiben. Eine Flucht wäre ja auch sinnlos gewesen. Die Lehrer hätten uns ja doch wiedergefunden.

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Nach der Pause kam die Lady dann wieder und knüpfte gleich wieder ohne langes Gerede an ihr Verhör an. Und, was soll ich sagen, plötzlich waren alle sehr redselig. Wolfi und Miyu schlugen sich fast darum, wer zuerst beichten darf und Jan wollte auch gleich loslegen.
Ist wieder typisch! Da verabredet man, dicht zu halten und am Ende ist doch nur jeder auf sein eigenes Wohl bedacht. Ist wie wenn die ganze Klasse sagt, dass sie die kommende Stunde schwänzt, was sollen die Lehrer dann schon tun. Und ein paar ziehen es durch, die Mehrheit sitzt aber doch wieder im Klassenzimmer und tut, als wüssten sie von nichts. Weicheier!
Jedes Mal rutschte mir mein Herz in die nicht vorhandene Hose, als einer anfing seine Story zu erzählen.
Wolfis Geschichte war eine schnell improvisierte Ausrede, bei der die Abkürzung KS auf die, in der Pause vom Direx reingeschobene, neue Schülerin Kiri bezog. Wir hätten wohl abgestimmt, welche neue Schülerin ans College kommen dürfe. Nunja, die Logik der Männer halt, aber ich hab ihm sofort zugestimmt. Die Lady entlarvte es sofort als dummes Gerede und ließ Wolfi weiter im Käfig schmoren.
Jan erzählte was von Keksen und dass ich zur Kekssucherin bestimmt wurde, weil unsere Kekse wohl immer verschwinden. Die Story klang zumindest lecker und hatte einen Funken Wahrheit darin, denn immerhin versorg ich unsere Truppe tatsächlich bei manchen Treffen mit Kuchen und Keksen. Also hab ich auch bei dieser Story eifrig meine Zustimmung kundgetan. Die Lady wollte es aber leider wieder nicht glauben.
Miyu entschuldigte sich vor ihrer Beichte bei uns, dass es ihr leid tut, aber sie wolle halt auspacken. Auch um Schutz hat sie die Lady gebeten. Boah, aber echt! Wie ich schon sagte, anstacheln und hinterher lammfromm tun. Dafür hätte sie tatsächlich eine Abreibung verdient. Aber zu unserer Erleichterung hat sie auch bloß geschwindelt. Sie erzählte was von Gesellschaftsspielen. Also dieses Spiel, wo man sich Zettel in die Stirn klebt mit Namen drauf und man müsse erraten, wen man grad ist. Alle kannten das Spiel, selbst die Lady, die gleich fröhlich vom letzten Lehrerdingsda erzählte, wo die Lehrer wohl auch genötigt wurden, das Spiel zu spielen als teambildende Maßnahme. Jedenfalls hätte ich wohl den Zettel „Klassensprecher“ am Kopf gehabt und deswegen stand das auf dem Zettel so drauf.. Hm, auch alles nicht sehr schlüssig, aber die Lady zeigte sich zum ersten Mal erfreut und glaubte etwas.. Leider wohl nur den Teil, dass KS für Klassensprecher steht. Oh Mann, es wird brenzlich!
Ich glaub, wir haben der Lady eifrig Kopfschmerzen bereitet an dem Tag, jedenfalls ließ ihr Forscherdrang rapide nach und ein Schlussstrich wurde gezogen. Ich kam ungeschoren davon, wurde weder verhört noch verknackt. Das fand ich wirklich sehr erfreulich. Und das obwohl Jan und Miyu schon fast forderten, dass ich auch verhört werden solle. Wer solche Freunde hat, braucht wirklich keine Feinde mehr… und mit der einen bin ich auch noch verheiratet! Die Lady jedoch wollte nicht wirklich glauben, dass ich etwas mit der Sache zu tun habe, also nichts schlimmes wohl. Hat schon so seine Vorteile, sich als Lehrers Liebling einzuschleimen, nicht? Hihi.

Der Tag ging also auch zu ende und alle waren wieder frei. Und ich als Klassensprecher bin noch immer inkognito. Nichtmal einen richtigen Beweis für die Existenz eines Klassensprechers hat die Lady nach 2 Stunden Verhör bekommen.
Da kann man sich doch glatt sicher fühlen!
Ich glaub, ich werde mal ein paar Flugblätter drucken. Das wird bestimmt lustig und solang die Lady mich für so unschuldig hält, kann mir ja nichts passieren!

Also, mach’s gut, liebes Tagebuch, bis zum nächsten Mal.
Deine Lily

 

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