Viata Induri – das große Fest

Tag 3 geht weiter

Miss Miller schien einen Geistesblitz bekommen zu haben, denn sie stand plötzlich siegesgewiss grinsend hinter uns und hielt ein fettes Kreuz hoch, was sie sich um den Hals gehängt hatte. Ich konnte es nicht fassen, dass diese Wissenschaftlerin nun mit Kreuzen kam, das war geradezu grotesk. Sie präsentierte gleich auch noch stolz ihre dazu passenden Ohrringe, ebenfalls übertrieben große Kreuze, und ignorierte irgendwie alles um sich herum. Sie faselte noch eben was von einer Bibel auf dem Schiff und schon war sie verschwunden.
Miguel meinte noch, dass es doch gar keine Dämonen gäbe und sowas und plötzlich war auch Valerie verschwunden. Ich hab sie nur noch von weiter weg hysterisch kreischen gehört, wir sollen sie in Ruhe lassen. Was die nun schon wieder hatte…
Miguel fragte, ob ich auch zurück zum Schiff wolle oder mit ihm käme.. Nunja, die Wahl war also gruseliges Spukschiff oder gruseliges Schloss. Bei letzterem war dann immerhin der starke Mann dabei, also war die Entshceidung nicht so schwer. Zu dem Schiff wollte ich nun wirklich nicht zurück!

Wir sind also weiter und ich hatte echt Schiss, aber da waren plötzlich wieder diese Stimme und diese unheimlichen Berührungen. Es war gruselig und doch fühlte sich ein Teil von mir plötzlich alles andere als ängstlich, es war schon fast beruhigend. Meine Füße trugen mich einfach weiter und plötzlich standen wir wieder vor dem Schlosstor.
Ich hoffte, dass das Tor auch diesmal verschlossen blieb, doch als Miguel klopfte, öffnete sich das mächtige Tor fast gleichzeitig. Mich überkam ein ungutes Gefühl und ich hielt mich an Miguel fest, der nicht zögerte und einfach hindurch marschierte. Wie gut, dass der Mann so mutig ist!

Jedoch… Kaum waren wir drinnen, rumste es heftig hinter uns und das Tor war wieder zu. Boah war das laut, ich hab mich fast zu tote erschrocken und krallte mich an Miguel fest. Aber der sah plötzlich gar nicht mehr nach Beschützer aus! Seine Augen färbten sich blutrot und er grinste sowas von fies, seine Haut, seine Hände… er verwandelte sich langsam in etwas unmenschliches und er sagte „Willkommen Zuhause!“ mit einer Stimme, die so mächtig und schrecklich klang, dass ich nur noch mehr Angst bekam. Ich wich zurück, aber er packte mich am Arm und ich brachte kein Wort heraus. Mit flehenden Blicken schaute ich ihn an und versuchte mich loszureißen, aber er schien es nur zu genießen und grinste immer böser. Seine Haut wurde dunkler und dunkler und er verwandelte sich zunehmend in eine monströse Kreatur. Er säuselte kurz etwas und mir wurde klar, dass er es war, dessen Stimme ich seit wir aufgebrochen waren, im Kopf hatte. Im selben Moment spührte ich auch wieder jene Berührungen und mein Herz pochte stärker in meiner Brust bei jener Erkenntnis, doch dann schnürte es mir die Kehle zu und in meinem Kopf lieferten sich Panik und etwas anderes einen heftigen Kampf.
Er meinte, er wolle spielen und zog mich weiter und in jenem Moment hämmerte es heftig gegen das Schlosstor hinter uns. Miss Miller war zu hören, die energisch brüllte, dass man das Tor aufmachen solle, sonst würde sie das Schloss anzünden. Miguel amüsierte sich sichtlich und noch ehe ich was sagen oder denken konnte, öffnete sich das Tor wie durch Geisterhand. Miss Miller schaute uns verdutzt an und ihr Kampfgeist schien dem Schock zu weichen, als sie den schon kaum mehr zu erkennenenden Miguel sah. Sie stotterte ängstlich und er lachte überlegen und hatte wohl einen heiden Spaß.

Als ob das alles nicht schon verrückt genug gewesen wäre, materialisierte plötzlich aus einer Feuerkugel ein zweiter Dämon in der Eingangshalle. Er sah schrecklich aus und ich sucht reflexartig Schutz bei Miguel und hielt mich wieder an ihm fest. Schnell bemerkte ich meine irrsinnige Reaktion und verstand die Welt nicht mehr. Ich sah hoffend zu Miss Miller, ob sie wohl etwas bewirken würde. Miss Miller hielt ihr Kreuz hoch und auch ein tropfnasses Buch, was wohl die gesuchte Bibel war, und sie faselte plötzlich energisch was auf Latein.
Der zweite Dämon entpuppte sich als weiblich und schien eigentlich ganz freundlich zu sein. Sie verwandelte sich und sah nun weniger schrecklich aus, jedoch noch immer höchst respekteinflößend. Miss Miller zitierte weiter fleißig Sprüche und fuchtelte mit dem Kreuz herum, doch das alles schien die Dämonin nicht zu beeindrucken, bis Miss Miller ihr die Bibel an den Kopf warf. Also sie flog ganz knapp vorbei, aber die Wirkung war, dass die Dämonin nun echt sauer war. Miss Miller verschüttete noch Wasser und es sah irgendwie alles sehr skurril aus, aber dennoch bewundernswert mutig.
Die Dämonin schickte Miguel mit uns Menschen nach oben, während sie plötzlich Valerie im Saal auftauchen ließ, welche erschreckt und von Angst ganz starr um sich blickte.
Miguel ließ mich los und ohne dass ich mich hätte wehren können, sank mein Körper hinab und ich fand mich auf dem Boden sitzend wieder. Es war als hätte ich jegliche Kontrolle über meinen Körper verloren und jeglicher Wille zur Flucht war zwecklos. So blieb mir nichts anderes als zuzusehen, was geschah und das tat ich mit wachsender Neugier, ja es war fast, als wäre es ein schönes, spannendes Theaterstück.

Miguel ging zu Miss Miller hinüber, die wieder hektisch mit ihrem Kreuz herumfuchtelte, während Miguel langsam mehr und mehr seine Verwandlung vollzog. Es blieb nichts menschliches mehr über und Miss Miller rannte panisch zum Tor, welches wie immer fest verschlossen war. Sie hielt ihm mutig das Kreuz entgegen, was mich wirklich beeindruckte. So nervig diese Person auch manchmal war, mutig war sie jedenfalls. Ich hätte mich vielleicht von ihrem Kampfgeist anstecken lassen, aber das war offensichtlich zwecklos, also versuchte ich es erst gar nicht, sondern schaute einfach nur weiter zu, abwartend, was die Dämonen wohl mit ihr anstellen würden. Der komplett verwandelte Miguel ging freudig grinsend zu Miss Miller und mit einer Handbewegung schickte er einen Feuerball, der das Kreuz in ihrer Hand verbrennen ließ. Sie ließ das Ding sofort fallen und wetterte hysterisch herum.
Die Dämonin im Raum lachte ebenfalls überlegen und sagte irgendwas von einem Fest, während Valerie sich versuchte von ihr loszureißen, was aber sinnlos zu sein schien, denn sie war längst angeleint und im festen Griff der Dämonin, welche sie nun davon schleppte.
Da bemerkte ich einen dritten Dämon, der da im Hintergrund auf dem Thron saß. Wie lang war der denn schon da? Ich schaute zurück auf Miss Miller, in der Hoffnung, sie hätte die Oberhand gewonnen aber sie war kaum mehr zu sehen, denn Miguel hatte sie in die Enge getrieben und seine Flügel versperrten ihr den Weg und mir die Sicht. Ich sah nur Miss Millers zappelnde Beine und hörte sie hilflos japsen. Die beiden waren da ein Weilchen zugange, während der dritte Dämon sich plötzlich aufraffte und zu mir hinüber kam. Uiuiui, damit war meine Zuschauerrolle wohl wieder vorbei.
Wehrlos saß ich da rum, doch dieser Dritte kam nur rüber, berührte mich kurz und streckte mir einladend seine Hand entgegen. Es war eine erlösende Berührung, denn just in diesem Augenblick verschwand dieses schwere Gefühl aus meinen Körper, was mich bis eben festhielt. Ich hatte die Kontrolle über meinen Körper zurück und ich wusste, das hatte ich dem Dritten zu verdanken. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen und willigte ohne viel nachzudenken in seine Einladung ein, nach oben zu gehen, wo wohl jenes Fest stattfinden sollte. Dieser Dämon löste überraschenderweise fast keine Angst bei mir aus, war er doch irgendwie weniger bös verspielt als Miguel es war und eher höflich. Ich rappelte mich auf und hakte mich bei ihm unter und wir, sowie Miguel, der die mittlerweile schweigsame Miss Miller angebunden dabei hatte, stiegen etliche Treppen hinauf.
Dieser Schlossbauer scheint Treppen echt geliebt zu haben! Doch mit jeder Stufe wuchs meine Neugierde an, was uns dort oben wohl erwarten würde. Wie ein Kind kurz vor Weihnachten fühlte ich mich und die Panik in mir bekam keine große Chance mehr, herauszubrechen.

Miguel und Miss Miller betraten vor uns den Saal, in dem die Feier statt fand und versperrten mir ein wenig die Sicht. Also so toll solche Flügel auch aussehen, sie sind echt verdammt groß! Ich reckte und streckte mich, und versuchte auszumachen, wer alles hier war. Die Dämonin aus der Halle war hier und hatte Valerie an die Decke gehangen. Alina tanzte an einer Stange, daneben im Sessel saß diese Lucrezia, welche nackt war… Plötzlich schrie Miss Miller was von Monster und Arzt, als wäre einer abgemurkst worden, und sie rannte los, wurde aber von dem Strick um ihren Hals zurückgerissen, den sie wohl in der Aufregung vergessen hatte.
Ich löste mich von dem dritten Dämon und rannte nach vorn, damit ich sehen konnte, was los ist, denn hinter den beiden war echt nichts verwerfliches zu sehen. Da am Boden vor Lucrezias Füßen lag der Käptn in einer riesigen Blutlache und sah mächtig reglos aus. Da endlich wich die Neugier und verspielte Faszination wieder der Panik und ich bemerkte, dass Alina da nicht glücklich aussah an ihrer Tanzstange, es also nicht wirklich freiwillig zu tun schien. Der Käptn war tot, ich wusste es ganz genau in diesem Moment. Was würde wohl mit uns anderen noch passieren?
Die Dämonen hingegen hatten so ihren Spaß und diese Lucrezia sah auch irgendwie böse aus.
Alina quiekte plötzlich und ich drehte mich zurück und sah, was dort passierte. Der tote Körper des Käptn war auf einmal bedeckt mit irgendwas schwarzem und dann, nach einem kurzen Moment erhob sich eine gigantische Spinne. Oh Mann, der Käptn hatte sich verwandelt in einen riesigen Spinnenmann. Das war vielleicht krass! Ich hätte wohl weiter ängstlich sein sollen, aber das haute mich so arg um, dass die Panik fast verpuffte. Ich bekam einfach nur weiche Knie und sank vor Faszination und Erfurcht zu Boden. Diese Lucrezia witzelte über den Spinnenkäptn und der schien irgendwie seine Beine noch nicht ganz im Griff zu haben.
Währendessen sperrten die Dämonin und Miguel Miss Miller in ein komisches Laufrad am anderen Ende des Raumes. Das war wohl ihre Strafe für die geworfene Bibel, sofern ich das mitbekommen hatte. Ich reckte mich wieder, denn wie immer versperrten mir diese doofen Flügel die Sicht. Dann aber sah ich tatsächlich etwas. Miss Miller rannte in diesem Rad herum wie eine Maus. Ich konnte mir bei diesem Anblick ein Kichern nicht verkneifen. Ich schäme mich dafür, ehrlich! Aber es sah zu drollig aus.

Viata Induri - Tag 3 d

Trippelgeräusche ließen mich dann wieder in die andere Richtung schauen. Der Käptn hatte es geschafft, seine 8 neuen Beine zu sortieren und hatte die wehrlos herumhängende Valerie wohl ins Auge gefasst. Fasziniert verfolgte ich ihn mit meinen Blicken. Valerie hatte ihn ebenfalls bemerkt und zappelte eifrig herum, insofern ihr das in ihrer Lage möglich war. Das sah alles arg danach aus, als wäre Valerie die verirrte Fliege im Spinnennetz und die Spinne machte sich auf den Weg zu ihr. Er zog sich an einem Spinnfaden hinauf und fing an sie mit seinen Beinen zu bekrabbeln… Ob er sie fressen würde?

Viata Induri - Tag 3 c

Ich wurde aus meinen Beobachtungen gerissen, als der dritte Dämon sich mir wieder zuwandte und auch die weibliche Dämonin, die wohl die Anführerin war, stand plötzlich vor mir. Beide waren wohl irgendwie überrascht über mein Verhalten… Was sollte ich da erst sagen? Ich saß da inmitten von Monstern und meine Angst war quasi verschwunden und alles war so interessant. Ich wollte die Welt bereisen, darum bin ich mit dem Schiff unterwegs gewesen. Wollte einfach neue Sachen sehen, anderes kennenlernen. Und nun, durch welche Gegebenheit auch immer, saß ich da im Heim von Dämonen und fühlte mich seltsam… Als Zofe wurde ich vorgeschlagen. Sollte das heißen, sie wollten mich behalten? Ich lächelte die beiden an und freute mich innerlich über eine ungewisse, doch spannende Zukunft.
Die Dämonin eröffnete eine Rede und der Grund für die Feier wurde klar. Lucrezia, die laut dem Tagebuch irgendwann ja mal ein Mensch war, war wohl ganz frisch nun zu einem vollwertigen Dämon aufgestiegen. Der Käptn und Miguel waren nun auch Dämonen, aber wenn ich das so irgendwie richtig erfasst habe, sind ihre eigenen Seelen fort und die Dämonen haben ihren Platz eingenommen.. oder so. Aber wie fragt man sowas, ohne gleich einem Dämon auf den Schlips zu treten?
Vorerst wollten die Dämonen uns übrige Menschen wohl behalten, für den ein oder anderen Nutzen.
Ich werde mir arg Mühe geben, dass die mich lang behalten. Wenn Lucrezia zu einem Dämon wurde, dann wäre es ja möglich, dass auch ich…

OOC

Ein superfettes Dankeschön nochmal an alle Mitspieler! Das war eine schöne Woche und ein lustiges Abenteuer… äh ich meine ‚unheimliches‘ Abenteuer. Ja, ganz schrecklich und gruselig!

Viata Induri - danach

Miyu, Lily, Aranea, Varosh, Lamenius auf Vid, Alina und Valerie auf Bär, Nea :))

Mehr schöne Fotos und mehr von der Geschichte gibt’s hier:

Aranea (Dämonin) schreibt:

Die Dämoneninsel
Gestrandet auf der Dämoneninsel – der erste Tag
Gestrandet auf der Dämomeninsel – der zweite Tag
Gestrandet auf der Dämoneninsel – der dritte Tag
Gestrandet auf der Dämoneninsel – der vierte Tag

Nea (Lucrezia) schreibt:

VIATA INDURI (1)
VIATA INDURI (2)
VIATA INDURI (3)

Varosh (Miguel) schreibt:

Die Dämoneninsel – Tag 1
Die Dämoneninsel – Tag 2

Vid (Käptn Hesha) schreibt:

Teil 1
Teil 2

Kurznotiz von Miyu (Miss Miller):

Notiz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s